Elternratgeber

Pubertierende Kinder und andere Probleme beim Erwachsenwerden
 


Computer flickr©moriza

Führt PC-Spielen zu einer sozialen Isolation ist eine gerade in der heutigen Zeit sehr berechtigte Frage. Viele Jugendlich und Pubertierende, die mit sich selbst nichts anzufangen wissen, führen immer öfter ein leben in einer virtuellen Welt und kommen in der realen Welt kaum noch klar.

Sehr oft kann man beobachten, wie die Kids aus der Schule nach Hause kommen, ihre Tasche in die Ecke werfen und sich sofort vor den PC setzen um in ihre Welt, in der sie meist das Sagen haben und die Macht, abzutauchen. Viele vergessen dabei sogar das, was wirklich wichtig ist. Zum Beispiel ein soziales Umfeld, wie Freunde oder die eigene Familie. Sie grenzen sich bewusst von diesen Leuten ab und lassen sich auch nichts von ihnen sagen. Der PC wird in diesen Phasen meist zum aller besten Freund. Leider trifft dieses Phänomen nicht nur auf Jugendliche zu, immer öfter trifft es auch Geschäftsleute, die mit dem Druck der tag täglich auf ihren Schultern lastet nicht mehr klar kommen und so den Ausgleich suchen. Auf diese Weise können sie in den dafür geeigneten PC-Spielen ihre Aggressionen los werden und ihnen einen freien Lauf lassen ohne dabei in Wirklichkeit jemanden zu verletzen.

Auch Menschen die private Probleme haben oder vielleicht sogar einen geliebten Menschen verloren haben sind gefährdet abzurutschen in die virtuelle Welt des PCs, da sie sich da selten mit den alltäglichen Dingen und Sorgen abgeben müssen. Das ist ihre Art Schlimmes zu vergessen. Allerdings verstehen viele Freunde und Bekannte ein solches Verhalten nicht und ziehen sich immer weiter von den Betroffenen zurück.


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glückliche Familie flickr©Dieter Karner

Gerade in neuster Zeit tauchen immer wieder Themen wie Kindesmisshandlung bis hin zum Tode wehrloser Kinder auf, zugleich auch aber wachsende Jugendkriminalität mit ihren heftigen Auswirkungen. Resultat der vielen Einzelfälle ist neben der Forderung zur Verschärfung des Jugendstrafrechts und der Herabsetzung der Strafbarkeitsgrenze zugleich die Forderung nach Aufnahme von Grundrechten der Kinder im Deutschen Grundgesetz.

Die Aufnahme ins Grundgesetz setzt eine 2/3-Mehrheit im Bundestag voraus, ist also parteiübergreifend. Die Niederlegung als Grundrecht räumt Bürgern bzw. gesellschaftlichen Vereinigungen einklagbare Rechte gegenüber dem Staat ein, die sich auch im Verhältnis zu anderen Bürgern auswirken können (Drittwirkung).

Manche Politiker meinen, mit der Verbriefung der Menschenwürde in der Verfassung sind die Grundrechte der Kinder ausreichend abgedeckt. Die Aufnahme von Rechten der Kinder als Grundrechte in das Deutsche Grundgesetz bedeutet jedoch zugleich eine entsprechende, bundesweite Aufgabenstellung für die jeweilige Regierung, ähnlich wie es bereits in Bezug auf die Gleichstellung von Frauen oder für Behinderte geschehen ist. Die bisher doch recht unterschiedliche Handhabung von Kinderrechten von Bundesland zu Bundesland wäre dann nicht mehr nur von der Haushaltskasse der einzelnen Bundesländer abhängig.

Zu den Grundrechten der Kinder gehören sicherlich Rechte wie das Recht auf körperliche Unversehrtheit verbunden mit der entsprechenden elterlichen und gesellschaftlichen Fürsorge sowie die ausreichende gesundheitliche Vorsorge. Wichtig ist natürlich auch das Recht auf Bildung und sonstige Chancengleichheit. Fälle von Verwahrlosung sind nicht erst in neuerer Zeit aufgetreten, schon seit langem besteht hier Handlungsbedarf. Andererseits wird im Bereich der sozialen Fürsorge Personal eingespart. Jugendämter sehen ihre Eingriffsmöglichkeiten durch das Elternrecht teilweise als nicht gegeben an, während es Eltern gibt, die vergeblich versuchen, sich gegen möglicherweise rechtswidrige Eingriffe in die Familie zu wehren. Die Rechtslage ist teilweise sehr unübersichtlich und der Bedarf nach gesetzlicher Regelung besteht ungebrochen.


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Pubertät ©JE Duarte

Sie ist wohl die schwierigste Zeit für die Beziehung zwischen Kind und Eltern. Wird die Pubertät problemlos überstanden, können Eltern mit Fug und Recht behaupten, ihr Kind in das Erwachsenenleben begleitet zu haben.

Die ersten Konfliktsituationen entstehen meist im Alter zwischen zehn und dreizehn Jahren. Die Kinder reagieren launisch, sind unbeteiligt und verschlossen. Das demonstrative Rumhängen, die scheinbare Gedankenlosigkeit und die Vernachlässigung der häuslichen Pflichten läuten eine Phase ein, die von Konfrontation und Missverständnissen geprägt ist.

Im Alter von 18 Jahren ist die Findungsphase in den meisten Fällen wieder überstanden, allerdings muss man als Eltern aufpassen, dass die Gräben zwischen ihnen und dem Kind nicht allzu groß geworden sind.

Grundlegende Tipps für die Bewältigung der Pubertät gibt es nicht, da jeder Mensch ganz individuell in seiner Entwicklung voranschreitet. Als Eltern heißt es zunächst Ruhe bewahren, persönliche Angriffe abperlen lassen und sich von der Familienidylle verabschieden. Das Kind begibt sich auf die Suche nach der eigenen Persönlichkeit und wird sich mit Sicherheit nicht an Ihnen orientieren, denn Eltern gelten in diesem Alter eher als peinlich und nicht trendbeständig. Die Autorität wird gerne untergraben, allerdings muss man darauf achten, dass alles in geordneten Bahnen verläuft. Diese Balance zwischen dem Kind seine Freiheit gewähren und ihm eine ordentlich Erziehung zu ermöglichen ist die wahre Kunst.

Das Austesten der neuen Grenzen, das Entdecken von anderen Bezugspersonen und die Rollenverteilung in der Familie aufzuteilen sind in diesem Alter elementar. Ganz wichtig ist die Kommunikation, die sicherlich nicht einfach sein wird, aber für ein harmonisches Familienleben unabdingbar ist.


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Vater mit Kind © SpigooAm 1. Januar 2007 wurde das Elterngeld eingeführt. Der Elternteil, der
nach der Geburt im Berufsleben eine “Pause” einlegt, erhält einen finanziellen
Ausgleich.

Anspruch auf Elterngeld haben alle Eltern, die sich vorrangig der Kinderbetreuung widmen und nicht oder nur noch teilweise arbeiten gehen. Die Erwerbstätigkeit ist auf 30 Stunden pro Woche beschränkt und der Wohnsitz muss in Deutschland liegen. Auch nicht leibliche Eltern haben Anspruch auf Elterngeld, also etwa Adoptiveltern.

Die Höhe des Elterngeld ist abhängig vom durchschnittlichen Nettoeinkommen der letzten zwölf Monate vor Geburt. Der Mindestbetrag liegt bei 67 Prozent, der Höchstbetrag bei 1800 Euro. Es gibt mindestens 300 Euro.

Der Bezug von Elterngeld ist auf 14 Monate beschränkt, wobei ein Partner alleine nur 12 Monate Anspruch hat. Die Erhöhung auf 14 Monate erfolgt, wenn auch der andere Partner für mindestens zwei Monate eine Auszeit nimmt. Es ist die alleinige Entscheidung der Eltern, wie sie den Bezug des Elterngeld aufteilen. So kann der Vater sofort nach der Geburt eine Auszeit nehmen und Elterngeld erhalten, während die Mutter Mutterschaftsgeld
bezieht.

Das Elterngeld ist eine gute Sache, da dadurch auch arbeitende Partei die Möglichkeit hat, sich um die Kinder zu kümmern, ohne in ein finanzielles Loch zu fallen.


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Wellensittich flickr©CoreForce

Haustiere werden von den Eltern in ganz unterschiedlicher Art und Weise als Erziehungsmethode angewendet. Fast jedes Elternpaar wird sich einmal der Situation ausgesetzt sehen, dass sich das Kind ein eigenes Haustier wünscht.

Die Auslöser für diesen Wunsch sind fast immer die gleichen. Entweder ein Besuch im Zoo, ein Spaziergang im Park oder ein Kinderfilm tragen dazu bei, dass sich Kinder selbst ein eigenes Haustier wünschen. Dabei ist sich keine Tierart vor den Wünschen der Kinder sicher, alles was der Tiermarkt hergibt, soll bei Kindern ein neues Zuhause finden. Manche Eltern atmen erleichtert auf, wenn nur der Wunsch nach einem Wellensittich geäußert wird. Bei Mädchen häuft sich die Sehnsucht nach einem Pony, einen Hundewelpen, ein Kätzchen oder ein Meerschwein. Jungen sind da weniger wählerisch, hier ist der Wunsch nach einem eigenen Hund der häufigste.

Nun stellt sich für die Eltern die entscheidende Frage: Gibt man dem Drängen des Kindes nach und holt sich ein Haustier in die Wohnung, oder ignoriert man das ständige Gezeter? Die Funktion des Haustieres als Erziehungsmittel ist noch immer sehr umstritten. Manche argumentieren, mit Hilfe des Haustieres lernt das Kind Verantwortung zu übernehmen. Das Versorgen des Tieres, das Säubern der Gehege und die ständige Auseinandersetzung mit dem Tier fordert das Kind. Aber oftmals ist es auch so, dass das Interesse an dem Tier schnell schwindet und letztendlich die Sorge um das Tier an den Eltern hängen bleibt. Sollte man dann das Kind zwingen, sich um das Tier zu kümmern.

Die Anschaffung eines Haustieres muss wohl überlegt sein, denn es nach nur wenigen Wochen ins Tierheim abzuschieben, wäre verantwortungslos. Man sollte sich vor dem Kauf intensiv mit dem Kind darüber auseinandersetzen. Hilfreich wäre es, sich ein Tier kurzzeitig von einem Bekannten oder Freund auszuleihen, um das Kind mit der Situation zu konfrontieren. Also keine einfache Entscheidung!


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Fussball © PixelkidsPC und Play Station als neue Lieblingsfreizeitbeschäftigung der lieben Kleinen sollten doch endlich mal wieder in den Hintergrund rücken.

Denn getreu dem Motto: “Was ich selbst nicht mach und tu, dass trau ich auch meinem Kind nicht zu!” wäre es sinnvoll wenn sich Eltern selbst als Vorbilder ihren Lieblingen präsentieren.

Selbst uns Erwachsenen fällt es schwer unseren inneren Schweinehund ständig auf´s Neue zu besiegen und uns nach Feierabend aktiv zu erholen. Aber etwas Konsequenz sowie viel Lob und Anerkennung können doch Wunder wirken.
So bekommt zum Beispiel mein Sohn für jedes Tor beim Fußball einen Euro von seinem Opa, was er fleißig spart.

Sportvereine und tolle Spielplätze bieten Kindern viele, wunderbare Möglichkeiten sich sportlich, aktiv und auch an der frischen Luft zu betätigen.
Besonders um der, in letzter Zeit in den Medien kritisierten, Dickleibigkeit vieler Jugendlichen entgegenzuwirken sollten manche Eltern selbst etwas aktiver werden. Argumente wie neue Freundschaften schließen oder eine gesunde Lebensweise scheinen manchen sehr veraltet wirken aber bei unseren Kindern genauso wie sie damals bei uns gewirkt haben.
Vor allem in unserem heutigen hecktischen und ungesunden Zeitalter sollte man als Eltern von Anfang an auf eine Gesunde und ausgewogene Lebensweise seiner Kinder achten.


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Schulhof © Nadya Peek

Eine antiautoritäre Erziehung kann für das heranwachsende Kind und seine Umgebung schädlich sein.

Wird das Kind ohne Regeln und Normen aufgezogen, so kann es irgendwann in der Gesellschaft “verlorengehen”. Ich spreche hier nicht von drastischen Formen wie Gewalt oder Zwang, sondern von Grenzsetzungen, sowie Strafen, wenn das Kind ungehorsam ist. Nehmen wir beispielsweise ein kleines Kind das seine Eltern ständig schlägt. Wenn nichts gesagt wird, dann denk es, dass Schlagen okay sei. Das Kind wird es somit immer machen. Auch im Kindergarten. Dann in der Schule. Die Folgen können sehr groß sein. Werden dem Kleinkind allerdings von Anfang an Grenzen gesetzt, lernt es was man in der Gesellschaft machen kann und was verboten ist.

Kindern müssen somit Regeln und Grenzen bei der Erziehung gesetzt werden. Sie müssen wissen, was man darf und was nicht getan werden kann. Ansonsten werden sie im späteren Alter Konflikte und Probleme erfahren. Wie kann sich nämlich ein Kind, dem immer alles erlaubt wurde, später an seine Umwelt anpassen und sich im Arbeitsleben wieder finden? Gar nicht. Außerdem muss man bedenken, dass Kinder noch keine eigene Meinung haben und von Erwachsenen lernen. Sie brauchen somit jemanden, der ihnen den richtigen Weg zeigt.

Zudem können antiautoritär erzogene Kinder später durch Konflikte mit ihrer Umwelt sehr große Schwierigkeiten erleiden. Ihre Verhaltensweise kann zur Einsamkeit führen. Desweiteren können Aggressionen und Hilflosigkeit auftreten, was wiederum zur Abhängigkeit führen kann. Daraus entsteht ein Teufelskreis.


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Fernsehsendungen wie „Die Super Nanny“ zeigen uns Woche für Woche aufs Neue wie wir unsere Kinder erziehen sollen. Methoden wie die „stille Treppe“ und die „Wuthöhle“ verdrängen den als altmodisch gepriesenen Stubenarrest. In Anbetracht gezogen, dass viele Kinder schon früh mit X-Box, Playstation und Fernseher ausgestattet sind, ist es viel mehr einstille Treppe flickr©dustpuppy Leben im goldenen Käfig als eine Strafe. So gesehen handelt es sich beim Stubenarrest womöglich wirklich um eine altmodische Erziehungsmethode. Vielleicht liegt der Schlüssel viel mehr darin, unsere Kinder nicht mehr mit Spielzeug zu überschütten und den Fernseher wieder zum gemeinsamen Gerät im Wohnzimmer zu deklarieren. Ebenso haben Spielekonsolen nichts im Kinderzimmer zu suchen. Denn erst dann wird der Stubenarrest auch zur wirklichen Strafe. Denn erst wenn es keine anderen Ablenkungsmöglichkeiten mehr gibt, besinnt sich das Kind dessen, was es gerade angestellt hat. Genau in diesem Moment ist Stubenarrest auch keine altmodische Erziehungsmethode mehr. Der Knackpunkt ist, dass das Kind zur Ruhe kommt, man ihm einen Augenblick zum Nachdenken gibt, damit es sich seines Fehlers besinnen kann. Ob dies nun auf der „stillen Treppe“ passiert oder im eigenen Zimmer ist irrelevant.

Hierbei kommt es natürlich auch auf das Alter des Kindes an. Während man mit Teenagern eher darüber reden sollte, was schief gelaufen ist, anstatt sie für die kommenden Wochenenden in ihren Zimmern einzusperren, ist eine kleine Auszeit von kürzerer Zeit für junge Kids manchmal vielleicht ganz angebracht.


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Sparschwein flickr©tscherno

Obwohl Eltern rechtlich nicht verpflichtet sind, ihren Kindern Taschengeld zu bezahlen, ist es dennoch wichtig um Kindern den Umgang mit Geld beizubringen. Empfehlungen bekommen Eltern zumeist über das Jugendamt, wo es Tabellen zu dieser Thematik gibt.

So sagen einige Statistiken beispielsweise, dass Kinder im Alter von 2-5 Jahren ungefähr ein Taschengeld von 0,50 Euro, im Alter von 6 und 7 Jahren ca. 1,50 Euro und im Alter von 8-9 Jahren in etwa 2 Euro pro Woche erhalten sollten. Ab einem Alter von 10 Jahren können die Kinder ihr Geld monatlich bekommen, damit sie lernen auf längere Zeit mit ihrem Geld zu planen. Bis etwa 12 Jahre sind 10 Euro im Monat angebracht. Jugendliche im Alter von 13-15 Jahren sollten etwa den doppelten Betrag erhalten. Entscheidend ist natürlich immer die finanzielle Situation der Familie.

Für Klamotten, Schulbedarf und auch Lebensmittel sollten Kinder im Übrigen nicht selbst sorgen müssen. Sie sollten über das Geld frei verfügen dürfen. Höhere Geldsummen, die beispielsweise an Weihnachten oder Geburtstagen überreicht werden, sollten sich an den Wünschen der Schützlinge orientieren, damit sie die Möglichkeit haben, selbst zu entscheiden. Auch können sie beim Sparen unterstützen, falls Kinder und Jugendliche mal einen größeren Wunsch finanzieren wollen.


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